Per Erlaß hat der russische Präsident W. W. Putin am 22.09.2014 der für Moskau zuständigen Division der inneren Streitkräfte des Innenministeriums der Russischen Föderation den Namen "Felix Dsershinski" verliehen: "für massenhaftes Heldentum und Tapferkeit, Festigkeit und Männlichkeit [...] bei der Verteidigung des Vaterlandes und der staatlichen Interessen".
Felix Dsershinski (1877-1926) war neben Lenin und Trotzki einer der grausamsten und blutigsten Mörder des bolschewistischen Terrors nach dem Putsch im Herbst 1917. Er baute, im Auftrag Lenins, die Tscheka – "Sonderkommission zur Bekämpfung von Konterrevolution und Sabotage" – auf und leitete sie bis zu seinem Tod. Die Tscheka trug die Hauptverantwortung im 1918 ausgerufenen "Roten Terror", zu dessen Zielen die Vernichtung der "Bourgeoisie als Klasse" im physischen Sinne des Wortes zählte. Viele Hunderttausende Unschuldiger wurden in den folgenden Monaten und Jahren abgeschlachtet: Bürgerliche und Adlige einschließlich Frauen, Kinder und Greise, Geistliche, oppositionelle Sozialisten, Arbeiter und Bauern, Angehörige nationaler Minderheiten, ohne Untersuchungen oder gar Schuldspruch, einfach wegen ihrer sozialen, politischen, religiösen, nationalen oder weltanschaulichen Zugehörigkeit, mit oder ohne Verdacht. Zudem wurde ein Netz von Konzentrationslagern, die Vorstufe zum späteren Gulag, aufgebaut, das im wesentlichen der Vernichtung durch Arbeit diente. In dieser Tradition stehen die Kampfeinheiten des russischen Innenministeriums nun auch ganz offiziell wieder.
Die Tscheka wurde über die Stufen GPU (1922), NKWD (1934) und MGB (1946) zum KGB (1954), in dem W. W. Putin 1975-1990 Karriere machte und zum Major aufstieg.
Itar-Tass 22.09.2014