Reinhard Veser fordert am 21.10.2014 in der FAZ unter dem Titel "Keine Rechtfertigung" mit Bezug auf die tendenziösen Berichte der wie gewöhnlich auf dem russischen Auge blinden Organisationen Amnesty International und Human Rights Watch die Verfolgung und Ahndung von "Vergehen der ukrainischen Streitkräfte".
Wir gehen hier nicht darauf ein, daß Vorwürfe als Tatsachen angesehen werden (während deutsche Medien im Falle Rußlands Fakten gern zu Vorwürfen zurückstufen). Es soll auch nur erwähnt werden, daß der Autor, wie so viele, der Putin-Propaganda folgt, wenn er behauptet, daß die ukrainischen Streitkräfte im Osten des Landes gegen "Separatisten", also eine Unabhängigkeitsbewegung kämpfen, obwohl sie tatsächlich irregulären und regulären Putin-Einheiten gegenüberstehen.
Vielmehr soll zur Hauptanschuldigung gesagt werden: Natürlich müssen grundsätzlich Vorwürfe gegen beide Seiten untersucht werden. Aber niemand kann diesen Schritt von der Ukraine fordern, so lange sie sich einer tödlichen Bedrohung gegenüber sieht. Der Autor versteht offensichtlich nicht, was es bedeutet, täglich Ermordung, Zerstörung und Versklavung durch einen rücksichtslosen Aggressor ins Gesicht sehen zu müssen. Erst wenn Putin wirksam in die Schranken gewiesen wurde und sich vollständig und endgültig über die russischen Staatsgrenzen (in den Grenzen von 2013) zurückgezogen hat, erst dann kann man, neben den russischen, auch vorgebliche ukrainische Verbrechen untersuchen. Jetzt aber so etwas zu fordern, ist entweder scheinheilig, unglaublich dumm oder ein weiteres Beispiel für deutsche Kollaboration mit dem Putin-Mafiaregime.