Gerhard Schröder ist, wie sich herausstellte, nicht der einzige Ex-Vorsitzender der SPD, den sein Weg an die Propagandafront Putins geführt hat. Auch Matthias Platzeck, zudem seit dem 19. März 2014 Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, wählt diese Richtung, indem er am 17.11.2014 im Interview mit dem Deutschlandfunk dafür plädiert, Putin "auf Augenhöhe" und "mit Respekt" zu begegnen, indem er die alte Propagandalüge von der "Einkreisung" Rußlands durch die Nato wiederholt, sich gegen den Weg der Sanktionen ausspricht und sich sogar zu der Aussage versteigt, daß Putin "weiterhin rational handelt". Was Platzeck damit sagen will ist: Überlaßt die Ukraine sich selbst, also der Aggression ihres durchgedrehten Nachbarlandes. Uns ist das Wohlergehen des Putin-Regimes wichtiger als das Selbstbestimmungsrecht eines der größten Staaten Europas. Noch weiter gehen Aussagen vom ihm vom selben Tag: Die Annexion der Krim solle legalisiert werden, ein Abtrennung der von Putins Truppen und Terroristen besetzten Gebiete im Osten der Ukraine sei unumgänglich.
Daß gerade Platzeck, der eine Zeitlang in der DDR-Bürgerrechtsbewegung mitgearbeitet hat, dem Völkerrechtsbruch und der Legitimierung von Gewalt das Wort redet, überrascht doch. Die verbliebenen demokratischen Kräfte in Deutschland sollten sich zusammenschließen und sich den immer unverfrorener auftretenden Putin-Propagandisten im eigenen Land entgegenstellen.