Am Sonntag, dem 02.11.2014, führten die putinschen Terroristen in den von ihnen okkupierten Gebieten der Ostukraine eine "Wahlen" genannte Propagandaveranstaltung durch. Es wurde, wie zu erwarten, zu einer Primitivposse, die selbst die Fälschungen des Putin-Profis Tschurow in den Schatten stellte: keine Wählerlisten, keine Wahlkommissionen, völlig unkontrollierte Stimmabgaben über das Internet - die Liste ließe sich etliche Zeilen lang fortsetzen.
Eine große Zahl deutscher Medien, staatlicher wie privater, wurde mit der "Berichterstattung" über die Ereignisse in der Ostukraine am Sonntag dem in den letzten Monaten erarbeiteten Ruf als Bollwerk der Putin-Propaganda in Deutschland vollauf gerecht. In der Berliner Zeitung beginnt Stefan Scholl (Korrespondent in Moskau!) seinen "Bericht" mit einer typischen putinschen Lüge vom "Angriff" ukrainischer Einheiten auf den Ort Gorlowka. Wie oft zuvor gibt die Berliner Zeitung eine Propagandaerfindung als Fakt weiter und verschweigt statt dessen - wenig verwunderlich - die täglichen Überfälle der Terroristen auf ukrainische Stellungen. Dann wird über die "Wahlen" berichtet, ohne mit einem Wort die Absurdität und Abscheulichkeiten der Propagandashow zu erwähnen. Gegen Ende versteigert sich der Autor zu der Aussage: "Meldungen über Verstöße gibt es nicht." - Die zunehmende Entfernung der Berliner Zeitung (die übrigens in ihrer vorhergehenden Ausgabe die Krim als Teil Rußlands anerkannt hatte) von der Realität ist ein klares Zeichen ihrer Annäherung an das Putin-Regime.
Auch der Deutschlandfunk folgt dem Trend deutscher Medien zu Putin-Treue. Gesine Dornblüth (Korrespondetin in Moskau!) "berichtet", indem sie Terroristenführer und Vertreter des Putin-Regimes in Moskau im Originalton zu Wort kommen läßt. Ihrer Aufgabe als Journalist, auf Lügen und Manipulationen hinzuweisen, kommt sie dabei nicht im Ansatz nach. Die Möglichkeit, daß die Ukraine, auf deren Territorium die putinschen Besatzer die Farce veranstalten, auch etwas zu den erbärmlichen Vorgängen zu sagen haben könnte, liegt offensichtlich vollständig außerhalb ihrer Vorstellungskraft.
Berliner Zeitung, 70. Jg., Nr. 256 HA (Mo, 03.11.2014), S. 6**.
Deutschlandfunk Köln, 03.11.2014, Informationen am Abend, ca. 18:15 Uhr.
Zum Vergleich siehe Jewgenij Kissiljow, Echo Moskwy 03.11.2014.